4 Dinge die man beim Drohnenflug wissen muss

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Filmaufnahmen mit Drohnen bieten jedem Video sofort eine imposante Perspektive, wie es  früher nur durch den Einsatz von Helikoptern möglich war. Und doch sind sie ein rechtliches Minenfeld, das von Bundes- wie auch Ländergesetzen beeinflusst wird und auf den ersten Blick eher undurchschaubar wirkt. Welche Regelungen gelten also heute bei Drohnenaufstiegen?

 

1) Was brauche ich auf jeden Fall?

Um überhaupt aufsteigen zu dürfen brauchen Drohnen eine Kennzeichnung und eine Haftpflichtversicherung. Alle Drohnen über 0,25 Kilogramm müssen mit einer feuerfesten Plakette gekennzeichnet werden. Auf der Plakette muss der Name und die Anschrift des Eigentümers in feuerfester Beschriftung stehen. Außerdem braucht es in Deutschland eine Haftpflichtversicherung für den Betrieb einer Flugdrohne. Die private Haftpflichtversicherung reicht dafür in der Regel nicht aus. Es sollte also eine neue Haftpflichtversicherung für die Drohne abgeschlossen werden.


2) Wo darf ich fliegen?

Generell darf mit Drohnen bis zu 2 kg über bestimmten Gebieten ohne weitere Erlaubnis geflogen worden. Die Drohne muss dabei immer ohne optische Hilfsmittel erkennbar sein. Bevor Sie sich zu früh freuen: diese Gebiete sind stark begrenzt. Sie dürfen normalerweise nicht über folgenden Gebieten fliegen: Naturschutzgebiete und Wohngrundstücke sowie in 100 Meter Abstand zu Menschenansammlungen, Unglücksorten und Katastrophengebieten, Industrieanlagen, militärischen Anlangen, Grundstücke mit Verfassungsorganen des Bundes und der Länder, Bundesfern- und Wasserstraßen, Bahnanlagen und Krankenhäusern. Falls sie hier in der Nähe aufsteigen wollen, benötigen Sie eine Sondererlaubnis. Bei Flughäfen ist bereits eine Sondererlaubnis nötig, falls man innerhalb eines 1,5 km Radius des Flughafens fliegen möchte und auch in einem größerem Radius um einen Flughafen darf nur 50m hoch geflogen werden. Bei allen Nachtflügen ist ebenfalls eine Sondererlaubnis nötig. Unten in der Grafik sehen Sie die Orte nochmal aufgelistet. In der App der deutschen Flugsicherung können Sie immer sehen, an welchen Standorten Sie frei fliegen dürfen.

 

flyer-die-neue-drohnen-verordnungQuelle: bmvi


3) Der Drohnenführerschein nach § 21d LuftVO

Für alle nicht frei befliegbaren Orte muss eine Sondergenehmigung beantragt werden. Um eine solche zu beantragen zu können, brauchen Drohnenpiloten aber als erstes einen Drohnenführerschein. Ein solcher Kenntnisnachweis ist mit dem Führerschein eines Autos vergleichbar. Es gibt dafür zahlreiche unterschiedliche Anbieter in ganz Deutschland. Die Vorbereitung kann komplett online ablaufen oder in einem mehrtägigen Seminar. Seminarinhalte sind z.B. Flugbetrieb, Navigation, Meteorologie und Luftrecht. Die Prüfung kann an zahlreichen Standorten in Deutschland abgelegt werden und besteht aus theoretischen Fragen, ein praktischer Teil ist nicht erforderlich. Der Drohnenführerschein kostet ca. 300€. Auf der Seite von Kopter Profi gibt es zahlreiche weitere Information zum Führerschein,



4) Die Sondergenehmigungen

Wer einmal über den Drohnenführerschein verfügt, kann Sondergenehmigungen in seinem jeweiligen Bundesland beantragen. In Baden-Württemberg ist dafür beispielsweise das Regierungspräsidium für Luftverkehr und Luftsicherheit in Stuttgart zuständig. Es gibt in der Regel Standardformulare von den jeweiligen Präsidien. In manchen Bundesländern ist die Bearbeitung kostenlos, in anderen ist mit einer Bearbeitungsgebühr von 150 - 200 € zu rechnen. Wir empfehlen möglichst früh mit dem jeweiligen Präsidium persönlichen Kontakt aufzunehmen. Für die Sondergenehmigung braucht es in vielen Fällen zahlreiche weitere Unterlagen, wie eine Erlaubnis der jeweiligen Stadt, des Flughafens oder des Grundstückseigentümers über dem geflogen werden soll. Auch ist in jedem Fall eine Karte erforderlich, in der genau eingezeichnet wird wo geflogen werden soll. Die beantragte Route ist dann auch penibel einzuhalten. Die Beantragung einer Sondergenehmigung kann erfahrungsgemäß je nach Bundesland 2-3 Wochen bis zu mehreren Monaten dauern.


Fazit:

Das Filmen mit Drohnen ermöglicht vollkommen neue Perspektiven auf die Welt. Es gibt jedoch einen beachtlichen rechtlichen Rahmen den man kennen und an den man sich halten muss, wenn man mit Drohnen aufsteigen möchte. Hat man jedoch den rechtlichen Rahmen im Blick, stehen fantastischen Aufnahmen nichts mehr im Wege. 

Topics: Nutzen von Videos, Bewegtbildkommunikation, Videoqualität, Digitale Medien, Luftraum, Drohne, Luftbild, Drohnenrecht


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