Videonutzung im Change Management

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Unter ‘Change Management’ versteht man die Veränderung oder Entwicklung eines Systems, um die Effektivität einer Firma oder Arbeitsweise zu optimieren. Oft ist es nicht einfach eine Veränderung reibungslos durchzusetzen und so scheitern leider bis zu zwei drittel der Veränderungsinitiativen. Unternehmen verlieren dabei oft hohe Geldsummen die sie in ihre persönliche Change Management Projekte investiert hatten. Der Hauptscheitergrund ist jedoch oft die Art der Vermittlung. Jeder Mensch ist verschieden und daher ist auch jeder auf unterschiedliche Arten erreichbar. Einen gemeinsamen Nenner für eine Zielgruppe zu finden ist nicht einfach, doch Videos können die effektive und emotionale Kommunikation ungemein unterstützen. Die Nutzung von Videos im Change Management wird dabei bei Groß-und Kleinunternehmen immer beliebter.


Um genau verstehen zu können wie sehr Videos den ganzen Prozess des Change Managements vereinfachen, ist es wichtig genau zu verstehen worum es sich bei diesem Begriff handelt. Natürlicherweise ist es das Ziel von Unternehmen immer besser und effizienter zu funktionieren. Oft haben sich aber veraltete Arbeitsweisen sehr tief verankert. Dies kann alle Bereiche, von dem Aufbau der verschiedenen Abteilungen bis zu der genutzten Firmendatenbank betreffen. Manchmal ist es einfach nötig zumindest den Versuch zu wagen die Firmenstruktur etwas zu alterieren um eine bessere Arbeitsqualität zu erhalten. Dieser Prozess ist das sogenannte ‘Change Management’ oder ‘Veränderungsmanagement’. Dafür werden meistens firmenexterne Menschen eingestellt, die sich darauf spezialisieren den Mitarbeitern diese Transitionsphase näherzubringen und leichter zu machen. Da die Idee einer großen Veränderung besonders bei den langjährigen Mitarbeitern selten befürwortet wird, gilt es für den Change Manager einen Weg zu finden die Beschäftigten umzustimmen. Die Herangehensweise ist dabei extrem wichtig. Manche Unternehmen organisieren Workshops und Vorträge und setzen dabei auf Redner, Pädagogen und oft auch Dolmetscher. Immer öfters werden aber Videos zum Hauptkommunikationsmittel. 2018 haben 95% der Befragten einer Studie zur Videonutzung im Marketing von sich behauptet schon mal ein Video geschaut zu haben um mehr über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erfahren. Dabei werden maßgeschneiderte Clips gedreht in denen durch Animationen und Interviews (oft von firmeninternen Mitarbeitern) die wichtigsten Elemente des Change Prozesses geschildert sind. Die Umstellung auf digitale Hilfsmittel hat sehr viele Vorteile:


1) Eine individuelle Lehr-und Lernmöglichkeit

Bei der Integrierung von Videos in eine Change Management Kampagne ist es relativ einfach komplexe Informationen verständlich rüberzubringen. Ein Video kann so oft angeschaut werden bis die Information völlig verstanden ist. Im Gegensatz zu einem live Vortrag, kann man pausieren, zurückspulen und vorspulen. Darin kann der  Zuschauer sogar selbst entscheiden was er oder sie als nächstes sehen möchte. Die Lerngeschwindigkeit ist damit individuell anpassbar und jeder kann sich die gesehenen Lehrinhalte aus dem Video herunterladen. Die meisten Videos sind kurz (<2min) und können dem Zuschauer als kurze ‘Wissensbissen’ serviert werden. Dies kann man so leicht wie eine Kaffeepause in den Arbeitsalltag einbauen und dabei einen wichtigen Schritt in die Zukunft der Firma tätigen. Falls manche aber ein bisschen mehr Zeit mitbringen und sich gerne aktiver mit den Lerninhalten auseinandersetzen, gibt es auch die Möglichkeit auf sogenannte interaktive Videos zurückzugreifen. Diese werden zu einem immer beliebteren Medium, da der Zuschauer sich selbst durch sein Video klicken kann. Nach jedem Schritt kommt die Frage ‘Wo soll es weitergehen?’. Dadurch entsteht ein individuell bestimmbares Lernerlebnis, welches weltweit immer beliebter wird. In näherer Zukunft sollen bis zu eine von drei Firmen zu interaktiven Videos greifen (im Vergleich: Anfang des Jahres waren es ‘nur’ eine von fünf).

 

 2) Eine universale, kostenfreundliche Informationsquelle

Bei internationalen Unternehmen kann es schwierig sein einen Vortrag oder eine Schulung für alle Mitarbeiter zugänglich zu machen. Manchmal ist es einfach unmöglich alle Mitarbeiter an einem Ort zu versammeln oder auch zeitlich und finanziell für alle Vorträge zur Verfügung zu stehen. Oft steht eine Sprachbarriere im Weg, oder die Lerngeschwindigkeiten der einzelnen Mitarbeiter sind nicht kompatibel. Anstatt mehrere Vorträge oder Tutorien zu organisieren und Dolmetscher zu buchen, kann man auch einfach ein Video benutzen. Dadurch kann jeder unabhängig von seiner geographischen Lage oder Muttersprache, die Entwicklung der Firma aktiv miterleben. Die Videos können dann auch einfach in die unterschiedlichsten Sprachen übersetzt werden. Für diese Videos Untertitel oder eine synchronisierte Version davon bereitzustellen ist von geringem Aufwand und kostengünstig. Dadurch spart sich die Firma einen großen organisatorischen und finanziellen Aufwand. Denn es lohnt sich tatsächlich schon ab fünf bis zehn Mitarbeitern deren Teilnahmekosten an einem Workshop in die Produktion eines Videos zu investieren. Dazu kommt, dass Workshops oft in kleineren Gruppen von 10-20 Teilnehmern stattfinden. Für einen einzelnen Workshopleiter ist es beinahe unmöglich effektiv eine große Menschenmenge über die bevorstehenden Veränderungen innerhalb der Firma aufzuklären. Ein Video kann hingegen alle wichtigen Punkte ansprechen und auch in Themenbereiche aufgeteilt werden.


3) Auch statistisch gesehen eine Top-Lösung

Statistiken haben ergeben, dass Mails mit dem Begriff ‘Video’ im Betreff mit bis zu zwanzig Prozent höherer Wahrscheinlichkeit geöffnet werden. Dazu kommt, dass fast 86 Prozent aller Probanden täglich Videos schauen. Grund dafür ist zum Teil der minimale Aufwand der von jedem Zuschauer beim Anschauen gefordert wird.

Bei dem Lesen eines langen Textes kann die Aufmerksamkeit schnell schwinden, doch bei dem Abspielen eines kurzen, informativen Videoclips bei der die auditiven und visuellen Sinne beansprucht werden, fällt es leicht in kurzer Zeit effektiv alle wichtigen Informationen aufzunehmen. Mit dem Anschauen eines Videos wird oft eher Freizeit als Arbeit verbunden. Meistens schaut man Videos zur Entspannung oder zur Ablenkung. Psychologisch gesehen, würde dies bedeuten, dass der Zuschauer das Anschauen eines Videos als interaktiver empfinden würde als z.B einen informativen Artikel, da das Video ihn fast zum Dialog einlädt. Dies liegt größtenteils an der oft persönlichen Ebene der gezeigten Videos.

 

4) Eine persönliche Ebene

Die persönliche Reichweite eines Videos ist auch nicht zu unterschätzen. Oft wissen Führungskräfte die Gründe der Veränderungsinitiativen pragmatisch und exakt zu vermitteln, doch der emotionale Anteil wird meistens unterschätzt. Dabei ist dieser Anteil genau der Kanal durch den die Mitarbeiter am besten zu erreichen sind. Es reicht schon eine sympathische Stimme oder eine bekannte Alltagssituation um sich die Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft des Zuschauers zu sichern. Oft tauchen auch Mitarbeiter einer Firma in den Videos einer Change Kampagne auf. Dies ist sehr effektiv, da die größte Ablehnung der bevorstehenden Veränderungen meistens von den regulären Mitarbeitern kommt. Durch die Videos können sich letztere mit den vermittelten Ideen eher identifizieren und neigen schneller dazu sich mit den neuen Arbeitsweisen anzufreunden. Menschen sind keine Maschinen und deshalb kann man auch von Menschen keine plötzlichen, nahtlosen Übergänge in eine neue Arbeitsweise erwarten. Das Medium des Films unterstützt den menschlichen Aspekt und präsentiert großflächige Veränderung auf eine nahbare Art und Weise.

 

Fazit

Veränderungen sind oft keine einfache Angelegenheit. Doch die Videonutzung im Veränderungsmanagement scheint die effektivste Wirkung bei den betroffenen Firmen zu haben. Eine Studie von ‘wyzowl’ besagt, dass dieses Jahr rund 81% der Unternehmen im Marketingbereich auf Videos zurückgegriffen haben, Tendenz steigend. 82% der Unternehmen wollen künftig mehr Geld in die interne Videoproduktion investieren und ganze 97% der Befragten bezeugten, dass Videos deren Verständnis des Unternehmens und der hauseigenen Produkte verbessert haben. Daraus kann man schließen, dass auch in Zukunft Videos immer populärer werden könnten. Veränderung muss nicht immer mit schlechten Gefühlen verbunden sein, wie es Videonutzung bewiesen hat. Also: Film ab!

Zum diesem Thema haben wir ein Interview mit einer Change Managerin eines DAX Unternehmens geführt. Hierfür einfach auf den Button Klicken.

Topics: Nutzen von Videos, Videos in Unternehmenkommunikation, Kosten von Videos, Change Management, interne Kommunikation, Digitale Medien, Bildung, Hypervideo

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